Girls' Day im Krankenhaus
Geschrieben von Luisa 6B   
Montag, 31. Mai 2010


„Puh! Ein Glück, dass ich heute nicht mit dem Fahrrad fahre."

Es ist halb sieben Uhr am Morgen. Ich stehe vor dem Haus und warte auf meinen Patenonkel, der mich gleich mit zur Arbeit nimmt. Denn heute ist Girls' Day. Ich gehe ins Klinikum Neukölln, wo mein Patenonkel Reinhold Chefarzt ist. Als er nun kommt, steige ich schnell ein und wir fahren los. Auf der Fahrt reden wir über den heutigen Tag und er erzählt mir, dass wir zuerst eine Röntgenbesprechung besuchen werden.

In seinem Büro bekomme ich einen weißen Kittel, der mir viel zu groß ist, und wir gehen in den Konferenzsaal, wo schon drei Ärzte und eine Schwester warten. Nach uns huschen noch zwei Mädchen und ein Mann herein und die Besprechung kann beginnen. Bei all den Fachausdrücken und Krankheiten verstehe ich nicht viel und bin froh, als die Konferenz vorbei ist.

Nach der Besprechung erfahre ich, dass auch die Tochter des Oberarztes und ihre beste Freundin wegen des Girls' Days hier sind. Die beiden heißen Seraija und Besika. Während Reinhold zurück in sein Büro geht, schließe ich mich dem Oberarzt, Seraija und Besika an, die in den OP gehen. Auf dem Weg zur Schleuse, durch die man gehen muss, wenn man in den OP will, treffen wir die Oberschwester, die uns drei mit durch die „Damenschleuse" nimmt. Als ich die Tür aufstoße, sehen wir, dass die Schleuse nicht nur ein Gang ist, sondern eine Art Garderobe. Hier müssen wir grüne OP-Kleidung anziehen und unsere Hosen, Schuhe und T-Shirts in Spinden zurücklassen. Danach zeigt uns die Schwester, wie wir unsere Haare unter eine Haube bekommen und einen Mundschutz anlegen können. Dann endlich können wir die Schleuse verlassen und in Saal 2 gehen.

In Saal 2 wird gerade alles für eine Operation, bei der ein neues Kniegelenk eingesetzt wird, vorbereitet. Eine Frau liegt narkotisiert auf einer Liege. Der Oberarzt weist uns an, am Fußende der Liege auf drei Hockern Platz zu nehmen. „Nun kann die OP ja beginnen!", scherzt die Assistentin.

Zuerst reibt ein weiterer Arzt das Bein der 67-jährigen Frau mit Jod ein, dann beginnt der schwierige Teil der Operation. Dr. S. schneidet mit einem Skalpell das Knie auf und entfernt das Gewebe, das über dem beschädigten Gelenk liegt. Nun schneidet er das Kreuzband und zwei andere Bänder heraus. Als er am Kniegelenk zu sägen beginnt, spritzt Blut auf, was der Anlass für ein leichtes Übelkeitsgefühl bei mir und den anderen Mädchen ist. Alle anderen Ärzte und Schwestern schauen belustigt, als Besika stöhnt: „Ein Glück, dass ich Lehrerin werde."

Als wir uns vom ersten Schrecken erholen, wird die zwei Stunden dauernde Operation eigentlich sehr interessant. Nach der Operation müssen wir einen Kittel überziehen, damit an unsere OP-Kleidung keine Bakterien kommen, während wir in der Cafeteria etwas essen gehen.

Als wir wieder in Saal 2 kommen, verbindet die Assistentin gerade eine Wunde, während der Mann, der auf der Liege liegt, aus der Narkose erwacht. Dr. V. erklärt uns, dass wir nicht viel verpasst haben, weil dies nur einen kleine Operation gewesen sei. Ich schaue auf meine Uhr und erschrecke, dass es schon halb eins ist, denn meine Mutter möchte mich um halb drei abholen. Jetzt sagt Dr. S. mit sehr ernstem Gesicht: „OK. Das war es erst einmal mit den OPs. Wir gehen zu einer zweiten Röntgenkonferenz!" Nach der Konferenz kommt leider schon meine Mutter. Das war ein toller Girls' Day.


Louisa 6b

 

 
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