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Deutsch-Iranische Lehrerkonferenz, diesmal in Teheran
Die Zweite Deutsch-Iranische Lehrerkonferenz hat am 1. bis 3. Juni erfolgreich im Iran stattgefunden. Eine Delegation von Lehrerinnen und Lehrern, vorwiegend aus den Schulen der Königin-Luise-Stiftung in Berlin, war zum Gegenbesuch nach Teheran eingeladen worden, nachdem im November vergangenen Jahres die Erste Deutsch-Iranische Lehrerkonferenz ein vielbeachtetes Ereignis gewesen war.
Nun erfolgte ein weiterer Schritt in dem Programm Jugend im Dialog — Austausch der Kulturen, welches bereits zu zahlreichen Initiativen und gemeinsamen Projekten mit Lehrerinnen und Lehrern und mit Schülern und Schülerinnen einiger Schulen in Teheran geführt hat.
In einem dichten, wohldurchdachten Programm wechselten Referate und Diskussionen zum Thema „Environmental Education“ ab, wurden uns Lernumwelten und die Ausstattung von Unterrichtsstätten gezeigt, präsentierten Schülerinnen und Schüler Arbeiten aus ihren Schulstunden, insbesondere Versuchsanordnungen und Konstruktionen zur Nutzung nicht-fossiler Energien und zur Energieeinsparung. Die Aufnahme, die uns von unseren jeweiligen iranischen Gastgebern bereitet wurde, war jedesmal bewegend, ehrenvoll und großzügig.
An einem Nachmittag waren wir in den Teheraner Hauptsitz des iranischen Kinder-und Schülerhilfswerk Kanoon („Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“) eingeladen, wo uns dessen Aktivitäten erläutert und die Räume, Bibliothek und Ausstellung gezeigt wurden. Kaum ein Kind im Iran ist nicht irgendwann mit Kanoon in Berührung gekommen. Seit 50 Jahren bietet die Einrichtung Schulaufgaben- und Freizeitbetreuung, freie Kunstkurse sowie Sprachunterricht für Kinder an, publiziert Kinderbücher, produziert Filme und Schallplatten und fertigt Spielzeug.
An einem Vormittag konnten wir die Großbaustelle Hashtgerd, 80 km von Teheran entfernt, besichtigen, wo auf 35 ha, angelagert an einen alten Ortskern, eine Trabantenstadt entsteht. Dieses Projekt ist nicht nur ein beeindruckendes Bauvorhaben, sondern auch ein deutsch–iranisches Forschungsprojekt (Young Cities | Developing Energy-Efficient Urban Fabric in the Tehran-Karaj Region). Hier sollen exemplarisch die Realisationsmöglichkeiten energieeffizienten und klimafreundlichen Bauens, nachhaltiger Wasserversorgung und bewohnerfreundlicher Infrastruktur unter den Bedingungen trocken-heißen Klimas ermittelt werden. Diese Forschungen sind mit einem bilateralen Projekt zur Qualifizierung in den Bauberufen und zur Verbesserung der beruflichen Ausbildung in diesem Berufssektor verbunden. Deshalb stand auch ein Berufsbildungszentrum in der Drei-Millionen-Stadt Karaj bei Teheran auf dem Programm.
In den drei Tagen unseres Besuchs war das kulturelle Rahmenprogramm, welches den deutschen Gästen z.B. in Form von Instrumentalmusik und Gesangsdarbietungen durch die Schülerinnen und Schüler geboten wurde, besonders bewegend. Nach iranischer Sitte stapelten sich Früchte und Süßigkeiten auf den Tischen; mittags standen opulente Mahlzeiten bereit, denen wir nur leider infolge des permanenten Termindruckes nicht angemessen zusprechen konnten; und stets mit Geschenken beladen, mit Dokumentationen und CDs, mit Süßigkeiten, mit Büchern, von Schülern gestalteten Kunstpostkarten usw., wurden wir jeweils entlassen.
Wir haben in diesen drei Tagen vor Ort erleben können, wie wichtig für die iranischen Schulen, mit denen die Königin-Luise-Stiftung seit Jahren zusammenarbeitet, der Kontakt mit Deutschland ist. Wir konnten erleben, wie dankbar die Schülerinnen und Schüler für die Aufmerksamkeit waren, die ihnen von den Gästen aus der Bundesrepublik entgegengebracht wurde. Die bisherigen Projekte unseres Programms Jugend im Dialog wie jetzt auch das aktuelle Thema „Environmental Education“ haben sich einmal mehr als der richtige Weg zu einer interkulturellen Verständigung zwischen den Kulturen erwiesen.
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