Internat
Ein sicherer Ort - zum leben, lernen, Perspektiven finden
Das Jugendhilfe-Internat ist neben den Schulen eine wichtige Säule der Königin-Luise-Stiftung und bietet bis zu 33 Kindern und Jugendlichen in drei Wohnbereichen ein familienähnliches Zusammenleben.
Ein stabiler und geschützter Rahmen für schulische Entwicklung
Ein geschützter und stabiler Lebensraum in Verbindung mit schulischer Förderung ermöglicht es benachteiligten Kindern und Jugendlichen, sich zu selbstbewussten und verantwortungsvollen jungen Erwachsenen zu entwickeln. Der Besuch einer unserer Regelschulen ermöglicht ihnen trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen gleichwertige Bildungschancen, einen Schulabschluss zu erreichen und eine persönliche Perspektive zu entwickeln.
Ein verbindliches Betreuungssetting mit Struktur und Halt
Wir bieten Kindern und Jugendlichen eine strukturierte Alltagsgestaltung mit klaren Regeln, festen Ritualen und intensiver Begleitung. Im Zusammenleben mit Gleichaltrigen entwickeln die jungen Menschen eine Vielzahl sozialer Fähigkeiten und Kompetenzen. In diesem Umfeld ermöglichen wir ihnen, ihre persönlichen, familiären und schulischen Herausforderungen zu bewältigen. Ein multiprofessionelles Team, feste Bezugsbetreuer*innen in den Wohnbereichen und die enge Zusammenarbeit zwischen Wohngruppe und Schule bietet den Bewohner*innen ein verbindliches Betreuungssetting, in dem sie zur Ruhe kommen, Erlebtes aufarbeiten können, Stabilität und Halt erfahren, um ihre schwierigen Lebenssituationen zu überwinden.
Die Wohngruppen
Auf dem Stiftungsgelände befinden sich drei Wohngruppen für neun bis zwölf Kinder und Jugendliche.
Die Wohngruppen sind ein geschützter Ort und nur für Bewohner*innen und den zuständigen Betreuer*innen zugänglich, bieten somit trotz der Nähe zur Schule ausreichend Privatsphäre in einem familiärem Miteinander.
Es gibt ausreichend individuelle Rückzugsräume und doch auch viele Begegnungsmöglichkeiten in der Gruppe, wobei auch der Park und die Sportanlagen der Stiftung regelmäßig am Nachmittag genutzt werden.
Wohngruppen
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Das Gartenhaus
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Die Dachetage
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Das Haus im Park
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Das Gartenhaus
Im Wohnbereich "Gartenhaus" werden bis zu zwölf Kinder und Jugendliche im Alter ab 12 Jahren an 365 Tagen betreut. Beurlaubungen an Wochenenden und in den Ferien zu den Familien können individuell geplant werden. Ihnen stehen Einzelzimmer und ein Wohnumfeld über drei Etagen mit hellen und modern gestalteten Gruppenräumen zur Verfügung. Die Gruppe wird von bis zu sechs Erzieher*innen und Sozialarbeter*innen im Wechselschichtsystem betreut.
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Die Dachetage
Im Wohnbereich "Dachetage" leben die etwas älteren Jugendlichen. Hier werden bis zu zwölf Bewohner*innen im Alter ab 14 Jahren wöchentlich von Sonntag- bis Freitagnachmittag betreut. Die Wochenenden verbringen die Jugendlichen regelmäßig in ihren Familien. In den Ferien können individuelle Beurlaubungen geplant werden. Ihnen stehen Einzelzimmer und ein Wohnumfeld im Dachgeschoss des Hauptschulgebäudes mit modern gestalteten, hellen Gruppenräumen zur Verfügung. Die Gruppe wird von bis zu fünf Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen im Wechselschichtsystem betreut.
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Das Haus im Park
Das "Haus im Park" ist etwas abseits gelegen vom Schulgebäude und bietet in einem freistehenden Haus im Grünen Platz für bis zu neun Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren. Auch diese Gruppe wird von Sonntag- bis Freitagnachmittag betreut. Die Wochenenden verbringen die Kinder und Jugendlichen in ihren Familien. In den Ferien können individuell Beurlauben geplant werden. Ihnen stehen Doppel- und Einzelzimmer sowie Gruppenräume in einem gemütlich gestalteten Wohnumfeld über zwei Etagen zur Verfügung. Die Gruppe wird von bis zu fünf Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen im Wechselschichtsystem betreut.
Zielgruppe
Unser Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren mit einem persönlichen, familiären und schulischen Unterstützungsbedarf. Die Biographien unserer Bewohner*innen zeichnen sich häufig durch wiederholte Erfahrungen der Ausgrenzung, mangelnde familiäre Unterstützung und das Fehlen eines stabilen sozialen Umfelds aus. Ihre schulische Laufbahn ist häufig durch Unsicherheiten und Bildungsabbrüche gefährdet, begleitet von einer distanzierten Haltung gegenüber schulischen Anforderungen. Familien und Eltern können aufgrund eigener Überforderungssituationen zeitweise eine altersentsprechende Förderung ihrer Kinder nicht sicherstellen und benötigen unsere Unterstützung und Beratung, um ihren Erziehungskompetenzen wieder gerecht zu werden. Eine Unterbringung erfolgt i.d.R. über die Jugendhilfe im Rahmen der Hilfen zur Erziehung gem. §§ 34, 35a SGB VIII. In Einzelfällen besteht die Möglichkeit Kinder und Jugendliche über die Finanzierung eines Privatplatzes unterzubringen.
Ziele
Nach dem Einzug geht es darum, die Ausgangssituation, aus der die Kinder und Jugendlichen zu uns kommen, noch besser verstehen und kennen zu lernen. Die Bewohner:innen erfahren in den ersten Monaten im Internat Entlastung und Stabilisierung. Die enge Begleitung im strukturierten Tagesablauf hilft ihnen die vorgegeben Alltagsstruktur anzunehmen. Sie werden in der Gruppe und ihrer neuen Klasse integriert, finden Vertrauen zu wichtigen Bezugspersonen. Sie üben sich in der Kommunikation untereinander, ihre Bedürfnisse anderen gegenüber zu formulieren und Konflikte angemessen zu lösen.
Unterstützung durch ein multiprofessionelles Team
In den Wohngruppen arbeiten verschiedene Fachkräfte zusammen, um den Kindern und Jugendlichen eine stabile und unterstützende Lebensumgebung zu bieten.
Pädagogische Fachkräfte
Erzieher:innen und Sozialarbeiter:innen begleiten die Bewohner:inn in ihrem Alltag, unterstützen sie bei der Bewältigung schulischer und sozialer Herausforderungen und gestalten Freizeitangebote. Sie sind eine wichtige Vertrauensperson für unsere Bewohner*innen und regen sie an, neue Strategien auszuprobieren. Sie sind ein wesentliches Bindeglied zwischen der Wohngruppe, der Schule und den Eltern.
Wohnbereichsleitung
Neben der pädagogischen Leitung des Teams und der Organisation der täglichen Abläufe sind die Wohnbereichsleitungen wichtige Schnittstellen zwischen dem Team, den Jugendlichen, der Schule, den Familien und externen Beteiligten wie Jugendamt und anderen Partnern.
Familientherapeutische Beratung
Eltern und feste Bezugspersonen im Umfeld der Kinder und Jugendlichen verstehen wir als wichtige Partner für das Gelingen einer kooperativen Zusammenarbeit. Sie werden von Beginn an aktiv in den Hilfeprozess eingebunden und dabei unterstützt, ihre Fähigkeiten und Ressourcen zu erkennen und zu nutzen, um ihre Rolle in der Erziehung ihrer Kinder zu stärken. Dabei erwarten wir die Bereitschaft der Eltern, kontinuierlich und verbindlich das wohngruppenübergreifende Beratungsangebot unserer Familientherapeutin zu nutzen, um ihre eigenen Anteile an der Lebenssituation ihres Kindes zu reflektieren. Die Rolle als Elternteil in der Beziehung zum Kind kann neben eigenen persönlichen Themen hier besprochen werden.
Psychologische Beratung
Kinder und Jugendliche, die in unseren Wohngruppen leben, kommen aus den unterschiedlichen problematischen Situationen zu uns und benötigen nicht selten therapeutische Unterstützung, um persönliche Erfahrungen und Erlebtes aufzuarbeiten. Unser Psychologe ermöglicht ein Beratungssetting, in dem gemeinsam Bedarfe eruiert werden und die Bereitschaft für eine Therapie erarbeitet wird. Bei der Suche von Therapieplätzen kann er aufgrund der engen Vernetzung mit Therapieeinrichtungen und Kliniken marginal unterstützen. Gleichzeitig werden die Kinder und Jugendlichen bei Themen wir mentale Gesundheit, Stressbewältigung und Aufbau sozialer Kompetenzen unterstützt.
Gesundheitsfachkraft
Jeder Mensch wird mal krank und doch steht Krankheit bei unseren Kindern und Jugendlichen oftmals auch im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit. Unsere Gesundheitsfachkraft besucht erkrankte Kinder und Jugendlichen in den Wohnbereichen und klärt mit den Betreuer*innen gemeinsam notwendige Arztbesuche oder Behandlungsmöglichkeiten ab. Sie berät Familien sowie deren Kinder im Umgang mit Erkrankungen und deren jeweiligen Therapien, begleitet bei wichtigen Terminen und vernetzt Ärzte, Wohngruppen und Eltern. Darüber hinaus berät sie die Kinder und Jugendlichen auch im gesundheitlich präventiven Bereich zu Themen wie Ernährung, Bewegung, Hautpflege, Zahngesundheit, Suchtmittelmissbrauch, medizinische Vorsorge u.a.
Internat
Der Aufnahmeprozess
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Vom Kennenlernen zum Einzug
Unsere Internatsplätze richten sich an Kinder und Jugendliche mit besonderem Betreuungsbedarf, die ihre Schullaufbahn in einem geschützten Rahmen gestalten möchten. Eine Aufnahme ist ganzjährig möglich. Das mehrstufige Verfahren unterstützt die bewusste Entscheidung der jungen Menschen und gibt unserem Team Einblick in ihre Bedarfe – so prüfen wir von Beginn an, ob unser Angebot passgenau ist.
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Eine Anfrage für einen Jugendhilfe-Internatsplatz kann jedes Elternteil oder jedes Jugendamt, aber auch Vormünder und andere Personen stellen, die für einen jungen Menschen auf der Suche nach einem betreuten Platz sind.
Es sollte im Vorfeld mit dem zuständigen Jugendamt bereits der Kontakt hergestellt sein, um die Finanzierungsgrundlage gem. SGB VIII zu erfragen.
Für die Anfrage senden Sie uns die letzten drei Zeugnisse sowie, falls diese vorliegen, Klinikberichte oder Stellungnahmen vom KJPD, SiBuZ u.a. zu. Auch Hinweise über sonderpädagogische Förderbedarfe sind wichtig.
Bitte schildern Sie uns kurz den Aufnahmegrund und die Situation, in der sich das Kind oder der/ die Jugendliche aktuell befindet.
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Im Vorfeld zu einem Kennlerngespräch prüfen wir zunächst die eingereichten Unterlagen und erfragen noch weiterführende Informationen zu den Aufnahmegründen bei den Eltern oder dem zuständigen Jugendamt.
Ein Termin für ein erstes Kennlernen findet immer zusammen mit der Schulleitung und der Wohnbereichsleitung statt.
In dem Gespräch möchten wir erfahren, welche Ressourcen, Interessen und Erwartungen der junge Mensch mitbringt, aber auch, welche Sorgen und Befürchtungen, die oft mit einem Umzug einhergehen, mit unserer Unterstützung überwunden werden können.
Wir möchten zudem erfahren, welche vorherigen oder laufenden Unterstützungsangebote der junge Mensch und die Familie bereits in Anspruch genommen haben. Ein transparenter und kooperativer Austausch von Beginn an ist uns dabei sehr wichtig.
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Sollten alle Beteiligten nach dem Kennlerngespräch weiterhin einschätzen, dass das Jugendhilfe-Internat eine geeignete Einrichtung ist und sowohl in der angefragten Klassenstufe, als auch Wohngruppe ein Platz zur Verfügung steht, laden wir das Kind bzw. die Jugendliche/ den Jugendlichen zu einer Probewoche ein.
Während der Probewoche zieht der junge Mensch in die Wohngruppe und besucht täglich nach seinen/ ihren Möglichkeiten die angefragte Klasse. Somit kann der junge Mensch für sich den Alltag im Internat, die Mitbewohner:innen sowie die Fachkräfte des Teams und die zukünftige Klasse kennenlernen. Abläufe und Regeln werden in dieser Woche erläutert und erfahrbar gemacht.
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Nach der Probewoche findet ein Abschlussgespräch statt und das Internat stimmt sich mit der Schule über eine mögliche Aufnahme ab. Das Jugendamt muss die Kostenübernahme genehmigen, hierzu findet ein Hilfeinstallationsgespräch mit allen Beteiligten statt. Häufig kann der junge Mensch schon zuvor in die Wohngruppe einziehen.